Anlaufstelle
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Hintergründe

Die Anlaufstelle wurde auf Vorschlag des Runden Tisches »Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren« eingerichtet.

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hatte sich im Jahr 2008 mit der Thematik der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre bereits über zwei Jahre befasst und erkannte und bedauerte schließlich erlittenes Unrecht und Leid, das Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Erziehungsheimen in der Zeit zwischen 1949 und 1975 widerfahren ist.
Gleichzeitig erkannte der Petitionsausschuss aber auch, dass die Aufarbeitung der damaligen Heimerziehungspraxis durch ein parlamentarisches Verfahren alleine nicht geleistet werden kann. In der Folge beschloss der Deutsche Bundestag auf Empfehlung des Petitionsausschusses in fraktionsübergreifendem Konsens die Einrichtung eines Runden Tisches unter Beteiligung von Betroffenen, Trägern, Wissenschaftlern, Verbänden, Vertretern des Bundes und der Länder sowie Vertretern der Kirchen.
Der Runde Tisch »Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren« konstituierte sich am 17. Februar 2009 unter dem Vorsitz der Bundestagsvizepräsidentin a.D., Dr. Antje Vollmer.

In insgesamt zehn zweitätigen Sitzungen hat der Runde Tisch Betroffene, ehemalige Betreuungspersonen und Verantwortliche angehört, Rechtsgrundlagen diskutiert, pädagogische und psychologische Fragen erörtert und gesellschaftliche Entwicklungen nachgezeichnet.
Nach zweijähriger Arbeit – nach einem Jahr wurde ein Zwischenbericht veröffentlicht – legte der Runde Tisch seine Vorschläge dem Deutschen Bundestag am 19. Januar 2011 vor. Die Vorschläge gliedern sich in sechs Bereiche:

  1. Rehabilitative Maßnahmen für die gesamte Betroffenengruppe
  2. Finanzielle Maßnahmen zugunsten einzelner Betroffener
  3. Finanzielle Maßnahmen für überindividuelle Aufarbeitung
  4. Prävention und Zukunftsgestaltung
  5. Gesetzgeberische Initiativen
  6. Übergangsregelungen

Die ausführlichen Vorschläge sind im Abschlussbericht des Runden Tisches nachzulesen.

Unter Übergangsregelungen ist auf Seite 42 des Abschlussberichtes zu lesen:

»Die Arbeit der Geschäfts- und Infostelle des Runden Tisches Heimerziehung wird im Februar 2011 enden. Bis über die Vorschläge des Runden Tisches beraten und entschieden sein wird, wird einige Zeit vergehen. Der Runde Tisch spricht sich dringend dafür aus, für diese Übergangszeit eine Stelle einzurichten, die als Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder dient und sonstige interessierte Personen über die Entwicklungen informiert.«

Diese Anlaufstelle war vom 01. März 2011 bis zum 31. März 2012 – wie auch schon die Geschäfts- und Infostelle des Runden Tisches – bei der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ angesiedelt.

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